Die Bläserensembles der Jugendmusikschule und die der örtlichen Schulen zeigen, was sie können. Von Doris Caumanns, Leonberger Kreiszeitung

„Musik machen mit Computer oder Handy kann jeder, aber selber spielen, ist eine echte Herausforderung, und gerade das Ensemblespiel fördert die Persönlichkeitsbildung.“ Mit diesen Worten begrüßt die Leiterin der Jugendmusikschule Sibylle Lützner die Gäste zum nunmehr 11. Bläsertag am Sonntag in der Gäublickhalle in Gebersheim. Zu Beginn treten Bläserklassen der allgemeinbildenden Schulen auf. Schon die jungen Blockflötisten sind couragiert und stellen ihr Können unter Beweis. Mit „Latin Magie“ von John Higgins demonstrieren die Musiker sicheres Rhythmusgefühl und lateinamerikanisches Temperament.

Das Trompeten-Trio unter Leitung von Norbert Niederer überzeugt mit sauberer Intonation und südamerikanischem Samba-Feeling. Das Projektorchester unter Leitung von Erwin Gutmann und Herward Heidinger glänzt in der „Phoenix Overture“ von Benjamin Yeo mit viel Schwung, Dramatik und Elan. Aber auch die leisen, elegischen Partien werden souverän gemeistert. Farbig, schwungvoll und mit deutlich akzentuiertem Rhythmus dann der „Joy Ride“ von Andrew Pearce, wobei der Schlagzeuger einen imponierenden Auftritt hinlegt. Das Medley „Disco Lives!“ bringt Stimmung in die Gäublickhalle. Das Querflöten-Solo sehr zart und schwebend, die Ohrwürmer dagegen richtig fetzig.

Den Höhepunkt und Abschluss des Programms bildet der Auftritt des Kreisjugendorchesters Böblingen unter Leitung von Rainer Bauer. Franziska Stahl führt dabei charmant durch das Programm und informiert über die einzelnen Werke. Zu Beginn erklingt die „Suite from Hymn of Highlands“ von Philip Sparks, die eindrucksvolle musikalische Bilder der schottischen Highlands vermittelt. Die jungen Musikerinnen und Musiker in blauen Westen mit goldenem Notenschlüssel und schwarzen Hosen spielen mit Pauken und Trompeten, wobei der Schlagzeuger auch schnell mal am Vibrafon aktiv wird. Die Musik zum Fantasy-Klassiker „The Lord of the Rings“ spiegelt alle Stimmungen des Textes wider: drohende Gefahr, aber auch Mut, Hoffnung und Freundschaft. Mit „Funk Attack“ zeigt das Orchester, dass es auch grooven kann mit einem imposanten Schlagzeugsolo. Und mit „Spirit: Stallion of the Cimarron“ von Hans Zimmer und Frank Bernaets ertönt Musik zu einem Animationsfilm, dessen Titelheld ein Mustang namens „Spirit“ ist.

Zum Schluss gibt es noch einen flotten Rausschmeißer mit der witzigen Idee, dass die Musiker wie in Haydns „Abschiedssinfonie“ nacheinander einfach einpacken und gehen, bis zum Schluss nur noch ein einsames Horn übrig bleibt…

Den begeisterten Beifall haben sich alle Mitwirkenden an dem Konzert verdient mit ihrem Engagement, ihrer Spielfreude und ihrem Können.