Leonberg Der Musikverein Stadtkapelle lädt am 22. und 23. Juli zum Jahresfest ein.

Von Henning Maak und Susan Olsen

Gleich zwei Neuerungen gibt es beim diesjährigen Fest des Musikvereins Stadtkapelle Leonberg, das am Wochenende 22. und 23. Juli über die Bühne geht: Zum einen läuft es erstmals unter dem Namen „Sommermusikfest“, zum anderen findet es zum ersten Mal an der Steinturnhalle statt. „Dort proben wir, von daher ist es unser praktischster Ort“, erklärt Wolfram Kienle, der Zweite Vorsitzende des Musikvereins Stadtkapelle. In den ersten Jahren seit der Premiere 1974 fand die Veranstaltung stets auf dem Marktplatz statt und lief dementsprechend unter dem Titel „Marktplatzfest“. „Nach 33 Jahren sind uns dann aber die Kosten aus dem Ruder gelaufen“, erinnert sich Kienle nur zu gut. Es folgte der Umzug auf die Engelbergwiese, wo das Fest unter dem Titel „Hock am Turm“ von 2007 bis zum vergangenen Jahr stattfand. „Das Ambiente im Grünen dort ist wunderschön, und wir konnten die Infrastruktur der Blockhütte nutzen“, denkt Kienle mit Freude an die vergangenen Jahre zurück — auch wenn bisweilen Regen oder extreme Hitze dem Musikverein bei den Besucherzahlen einen Strich durch die Rechnung machten.
Der Umzug vor die Steinturnhalle hat aber in erster Linie einen anderen Grund: Seit diesem Jahr verlangt die Stadt Leonberg, dass beim Auf- und Abbau einer Bühne ein sogenannter Richtmeister dabei ist. „Das würde uns rund 1000 Euro mehr kosten, damit rechnet sich das Fest unter dem Engelbergturm nicht mehr“, sagt Kienle. Die Stadtverwaltung sieht sich dafür allerdings nicht in der Verantwortung: „Wir setzen nur eine Vorgabe des TÜV um“, sagt Peter Weller, der Sport— und Vereinsbeauftragte der Stadt. Auch mit dem Termin für das Sommermusikfest ist Kienle nicht so ganz glücklich: „Ursprünglich hatten wir unsere Veranstaltung eine Woche früher geplant“, berichtet er. Da es jedoch von der Stadt Rutesheim den Wunsch gegeben habe, keine Konkurrenzveranstaltung im Nachbarort Leonberg zum 1250—Jahr-Jubiläum Rutesheims am ersten Juli-Wochenende auszurichten, seien zunächst die Kinder- und Jugendtage um eine Woche nach hinten geschoben worden und anschließend das Sommermusikfest des Musikvereins. „An diesem letzten Wochenende vor den großen Schulferien finden auch das Solitude—Revival und die Tour de Natur statt, die uns sicher Zuschauer kosten werden“, bedauert Wolfram Kienle. Dennoch wollen die Vereinsverantwortlichen und die rund 110 Ehrenamtlichen die Tradition, ein Fest für die Leonberger Bevölkerung auf die Beine zu stellen, fortsetzen: Vor der Steinturnhalle werden Biertische und -bänke aufgestellt, die Kapellen spielen auf Augenhöhe mit den Zuschauern. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in die Halle verlegt. Kulinarisch wird alles angeboten, was zu einem zünftigen Festle gehört: Neben Getränken und Grillgut gibt es auch Maultaschen mit Kartoffelsalat, am Sonntag ab 11 Uhr wartet ein Weißwurstfrühstück auf die Besucher. Zum zweiten Mal nach 2011 können die Gäste auch Flammkuchen verkosten. „Das hatten wir bisher nur einmal bei unserem Fest zum IOO-Jahr—Jubiläum“, erzählt Kienle. Verzichten müssen die Besucher allerdings auf den traditionellen ökumenischen Gottesdienst am Sonntag. „Die evangelische Kirche hat eine Veranstaltung wegen des Lutherjahres“, erklärt Kienle. Der Vorstand des Musikvereins habe daraufhin beschlossen, dass man stattdessen keinen rein katholischen Gottesdienst anbieten wolle, da man bisher immer die Ökumene im Blick gehabt habe. Trotz all dieser Umstände hofft Kienle, dass es gelingt, die Besucherzahlen wieder zu steigern und der Leonberger Bevölkerung ein schönes Fest zu bereiten. Um 17 Uhr wird Oberbürgermeister Bernhard Schuler das Fest mit dem Fassansticher öffnen, am Samstagabend wird die BowTie-Bigband aus Renningen von 20 Uhr an, wie in den vergangenen Jahren, für Stimmung sorgen.

Quelle: Leonberger Kreiszeitung am 14.7.2017